Philosophie

Reben

Der Betrieb besteht nund schon bald als 50 Jahren und ist in der Zwischenzeit auf 6,5 Hektaren herangewachsen. Bereits mein Vorgänger René Mathier hat jeweils die richtige Sorte in die entsprechende Lage gepflanzt ohne sich dabei von Modeströmungen leiten zu lassen. Diesen Gedanken habe ich aufgenommen und im Zuge der Klimaerwärmung noch ausgedehnt – d.h. in frühreifen Lagen wurde der Pinot noir durch spätreifende Sorten ersetzt. Damit hat sich auch der Sortenspiegel in den vergangenen Jahren verschoben und zwar zu Gunsten von Heida, Merlot und Malbec.  Ein grosser Teil dieser Anlagen sind im V-förmigen Lyrasystem angepflanzt. Dieses System weist gegenüber den Referenzreihen, bei gleichzeitiger Ernte, einen Qualitätsvorsprung von 5° bis 8° Oechsle auf. Ich bin der festen Überzeugung, dass das eigentliche Geheimnis des Betriebes darin besteht, dass die jeweilige Sorte an ihrem optimalen Standort steht. Es wird nur Traubengut aus eigener Produktion für die Vinifikation der Weine verwendet.

Kelterung

In der Bestimmung des Erntezeitpunktes sehe ich einen entscheidenden Parameter für die spätere Weinqualität und die Aromatik. Der Geschmack der Beeren ist für mich ausschlaggebend. Ein höherer Zuckergehalt als üblich ist da die Regel. Zusammen mit den eher tiefen Gärtemperaturen (nie über 29°C beim Rotwein) ergibt dies recht alkoholreiche Rotweine, die dadurch aber auch einen warmen Grundcharakter erhalten.
Seit Jahren arbeite ich mit  der Wildgärung, es hat sich jedoch gezeigt, dass das Alterungspotential solcher Weine eingeschränkt ist. Optimalere Resultate werden mit der teilweisen Wildgärung erzielt; die Aromatik wird filigraner und bleibt nach der Zusetzung von Reinzuchthefe dafür auch stabiler. Dies bedingt aber offene Gärstanden und eine minutiöse Überwachung, damit bei Fehlentwicklungen sofort interveniert werden kann.
Meine Macerierungszeiten sind sicher eher progressiv und den verschiedenen Sorten angepasst. Die Gärführung erachte ich als genauso wichtig wie den Zeitpunkt der Pressung.

Philosophie

Ich dränge weniger auf die Komplexität meiner Weine und die damit verbundene Holzbelastung als auf die Fruchtigkeit. Diese möchte ich in den Vordergrund stellen. Hier liegt auch die Begründung für das Arbeiten mit alten Barriques und Doppelbarriques. Dennoch ist das kleine Holz für einen authentischen Reifeprozess durch die  Mikrooxidation nicht zu ersetzen. Diese Authentizität und Ehrlichkeit ist mir wichtig und ich bin der Überzeugung, dass nur so Weine mit Tiefe und Charakter entstehen können. Es sind dies die Schritte in Richtung Premiumqualität.
Die  Degustationserfolge, nach nur fünf Jahren im Wallis, scheinen den eingeschlagenen Weg zu bestätigen – die Resultate finden sich in der Rubrik Jahresberichte.