Geschrieben am in News

*** AKTION 12 für 10 ***

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Geschätzte Kunden

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Das Ereignis war zweifellos die Ernte 2018, meiner Ansicht nach war es ein Jahr wie es nur alle 30 Jahre vorkommt, will heissen, die Menge wie auch die Qualität waren absolut herausragend. Dies hat zur Folge, das ich mit einigen Produkten nun Gas geben muss um Platz für die neue Ernte zu schaffen.

Daher habe ich mich entschlossen für Sie, liebe Kunden, eine Aktion zu starten. Für die unten aufgeführten Weine erhalten Sie vom jeweiligen Produkt 12 Flaschen zum Preis von 10 Flaschen! Diese Aktion gilt bis auf weiteres und ist im Onlineshop so aufgeschaltet dass Sie, wenn Sie 10 Flaschen in den Warenkorb legen, automatisch 2 Flaschen zusätzlich GRATIS erhalten.

Viel Spass auf Ihrer Schnäppchenjagd.

* Chardonnay Réserve

* Cuvée Rouge Nr. 1

* Merlot

* Malbec

* Merlot Réserve

* Syrah

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Degustation Schönbühl

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Hilterfingen meets Salgesch

 

Werte Kundinnen und Kunden

Nach einigen Jahren Pause, möchte ich Sie zusammen mit Frau und Herrn Köppe herzlich zur Frühjahrsdegustation im Hotel Restaurant Schönbühl einladen. Es würde uns freuen, Sie am

 

Donnerstag, 13. Juni 2019 von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr

 

begrüssen zu dürfen. Dabei werden die aktuellen Jahrgänge meiner Weine vorgestellt und manch Interessantes zum vergangenen Rebjahr wird zu erfahren sein.

Dieser Anlass ist gratis.

Falls Sie anschliessend noch im Restaurant Schönbühl essen möchten, können Sie direkt unter folgender Telefonnummer 033 243 23 83 reservieren.

 

Mit freundlichen Grüssen

 

cave biber

Biber Jürg

 

Geschrieben am in Jahresberichte

Jahresbericht 2018

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Sehr geehrte Kundinnen und Kunden

Seit vor über 150 Jahren der Mehltau aus Amerika eingeschleppt wurde, ist der Pflanzenschutz im Rebbau ein Dauerthema. Anfangs spritzte man Kupfer und Schwefel gegen die Pilze und davon konnte es gar nie genug sein, selbst heute sieht man noch türkisfarbene Reben (vom Kupfer). Da Kupfer ein Schwermetall ist, reichert sich dieses im Boden an und der Gehalt steigt von Jahr zu Jahr. Bald einmal wurde klar, dass es so nicht weitergehen kann, denn die Setzlinge bei Neupflanzungen hatten Mühe zu wachsen oder sind einfach eingegangen. Das Kupfer verätzt die Wurzelhaare und der Setzling kann so weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen. Die Lösung des Problems schien mit der Einführung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln in greifbare Nähe zu rücken. Wo früher 5 Kilo reines Kupfer pro Hektare verwendet wurde, reichten nun 500 Gramm. Die synthetischen Mittel hatten einen ganz anderen Ansatz zur Bekämpfung der Pilze und Kupfer wurde nun viel später im Jahr und in wesentlich geringeren Dosen eingesetzt.

Mittlerweile sind Bestrebungen im Gang diese synthetischen Mittel zu verbieten. Den Alarm haben vorwiegend die Untersuchungen in Gewässern ausgelöst. Heute können im Wasser des Genfersees über 3000 !! verschiedene chemische Verbindungen nachgewiesen werden. Medikamente im Abwasser, die Industrie und die Landwirtschaft, alle haben sie ihren Anteil an der Verschmutzung. Während die Industrie längst in der Pflicht steht, folgt nun die Landwirtschaft und ich frage mich, wann die heilige Kuh Pharma folgt und man seinen Urin an speziellen Sammelstellen abgeben muss.

Ein grosser Nachteil beim Pflanzenschutz im Rebbau besteht darin, dass nur präventiv behandelt werden kann. Ist der Befall einmal da, gibt es praktisch keine Möglichkeit mehr dies zu korrigieren. Seit sieben Jahren appliziere ich nun fast ausschliesslich biologische Produkte und die Pflanzenschutz Strategie ist auch eine ganz andere. Namentlich geht es darum, dass die Rebe in ihrer Ernährung absolut stressfrei ist und die notwendigen Mikronährstoffe erhält, dadurch ist sie gesünder und weniger anfällig auf Krankheiten. Diese Mittel bestehen aus Steinmehlen, aufbereiteten Algen- und Milchprodukten. Doch nach wie vor kommt immer auch noch Schwefel und Kupfer zum Einsatz, wobei die ausgebrachte Menge stark in Relation zur Niederschlagsmenge steht und somit von Jahr zu Jahr schwankt. In sehr feuchten Jahren kommt diese Strategie an ihre Grenzen und aus gutem Grund ist mein Betrieb auch nicht Bio zertifiziert. In diesen nassen Jahren verwende ich bei den anfälligen Sorten wie Chardonnay, Johannisberg, Pinot noir und Humagne rouge gezielt ein synthetisches Produkt gegen die Traubenfäulnis. Letztlich ist es halt so, dass nur aus gesundem und einwandfreiem Traubengut qualitativ hochstehende Weine gekeltert werden können.

So zu arbeiten heisst, schnell auf Niederschläge (Bewässerung) und Temperaturen zu reagieren. Eine solche Strategie benötigt in der Regel eine bis zwei Spritzungen mehr als die mit synthetischen Produkten, da die Intervalle kürzer sind. Das schizophrene an der Sache ist, dass es im Biolandbau keine Energiebilanz gibt. Will heissen, man darf so oft und so viel mit dem Traktor fahren und Sprit verbrauchen wie man will, denn dieser erscheint in keiner Bilanz, aber jedes Gramm synthetische Mittel führt unmittelbar zur Abstrafung.

Das Rebjahr 2018

Das 2018 war vom Pflanzenschutz her absolut unproblematisch. Die grosse Trockenheit während der Vegetation und die hohe Temperatursumme liessen die Pilze gar nicht erst keimen. Auch die Kirschessigfliege mag die Hitze nicht, sie war wie inexistent. Hinzu kam der gute Wasservorrat im Boden, plus die Schneemenge in der Höhe, die immer wo notwendig, auch eine Bewässerung zuliess. Nur so zum sagen, Südfrankreich erlebte ein Desaster, die, die sonst wegen der Trockenheit mit ein bis zwei Spritzungen auskommen, wurden von der Nässe derart überrascht, dass der Mehltau freie Bahn hatte und Ernteeinbussen von 60 bis 100% waren die Folge.

Unsere Herausforderung bestand in der Traubenmenge. Dort wo die Reben im 2017 stark unter dem Frost gelitten hatten, hat die Natur sofort eingegriffen und einen enormen Traubenschuss hervorgebracht. Zwei Trauben pro Schoss sind normal, doch im 2018 konnte man bis vier beobachten. Dies war jedoch nicht das eigentliche Problem, denn die dritte und vierte Traube werden eh entfernt. Durch den guten Blühtenverlauf hatte es zudem viel mehr Beeren pro Traube und auch das Traubengerüst war grösser als normal.

Wir lassen ja jedes Jahr gleich viele Trauben pro Quadratmeter an den Stöcken und so kann man auch immer von einem regelmässigen Ertrag ausgehen. Im Sommer hatte ich schon des Gefühl, „momol das gibt einen flotten Ertrag“ und man sieht mit Freude der Ernte entgegen, zumal ich ja im 2017 über 50% wegen dem Frost verloren hatte. Bei etlichen Parzellen haben wir natürlich den Ertrag regulieren müssen und doch wurden wir bei der Ernte überrascht. Das einzelne Traubengewicht war deutlich höher als dies üblich ist. Ein Beispiel, bei Pinot noir liegt dieses Gewicht je nach Klon bei ca. 180 Gramm pro Traube, doch dieses Jahr hatten diese Trauben ein Gewicht von 240 bis 250 Gramm. Diesen Effekt hatte ich völlig unterschätzt und letztlich hatte ich fast in allen Parzellen einen unbeabsichtigten Vollertrag.

Oenologie und Weinjahr im 2018

Zucker ist natürlich nur ein Parameter, der die Reife ausdrückt. Eben so entscheidend sind Merkmale der physiologischen Reife, d.h. die Stielansätze der Trauben müssen verholzt sein und die Traubenkerne müssen eine braune Farbe aufweisen. Genau diese Merkmale waren im Herbst 2018 deutlich ausgeprägt. Dies lässt den Rückschluss zu, betreffend der Reife von Phenolen und der Tanine. Die Säure und der Säuregrad (pH) haben ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Mostqualität. Doch dies hier genauer zu beschreiben sprengt den Rahmen. Etwas salop ausgedrückt, je höher die Säure und je tiefer das pH, um so besser ist die Farbausbeute bei den Rotweinen und um so stabiler verhalten sich die Weine generell.

Der letzte Punkt, der einen guten Grundwein verspricht, ist der Gesundheitszustand der Trauben. Also weder Fäulnis noch andere Pilzkrankheiten, kein Wespen- oder Vogelfrass und auch keine Kirschessigfliegen. Die Fliegen waren wegen des anhaltend trockenen Wetters eh kein Thema, denn diese mögen es feucht und eher kühl. Kurz und gut, sämtliches Traubengut im vergangenen Herbst war der Hammer.

Im Keller war ich gefordert, die Traubenlieferungen wollten nicht enden und die Grenze der Kellerkapazität wurde bald einmal erreicht. Durch die hohen Temperaturen wurden die Trauben warm angeliefert und die Tankkühlung lief unentwegt, um sofortige Spontangärungen zu verhindern. Für gewöhnlich lagere ich die rote Maische für ca. eine Woche bei niedrigen Temperaturen, bevor ich die Spontangärung kommen lasse. Dadurch ist die Farbausbeute bereits weit fortgeschritten, bevor die Gärung überhaupt in Gang kommt. Wird die Gärung bei tieferen Temperaturen begonnen, wird die Gärführung und Kontrolle der Temperatur einfacher und die Maische brennt nicht einfach durch.

Das schöne und warme Herbstwetter hatte aber auch Auswirkungen auf den Gehalt der Apfelsäure in den Trauben. Ein grosser Teil davon wurde schon in den Beeren veratmet, so dass deren Anteil im Most gering war. Normalerweise wird die Apfelsäure nach dem Pressen der Maische in einer zweiten Gärung, dem sog. Bakteriellen Säureabbau (BSA) in Milchsäure umgewandelt. Dieser Prozess dauert in der Regel mehrere Wochen. Doch bei den meisten Weinen war dieser nach dem Pressen bereits abgeschlossen. Ein Phänomen, das ich so noch nie beobachtet habe.

Bei den Weissweinen ist dies allerdings ein Problem, denn dort möchte ich keinen BSA, ich bevorzuge die Weissweine mit einer frischen, knackigen Säure. Trotz eher tiefen Gärtemperaturen setzte hier der BSA teilweise ein. Wegen der starken Nachfrage nach Heida, habe ich bereits im November einen Teil davon abgefüllt, etwas wogegen ich mich in der Vergangenheit immer gesträubt habe.

Verschiedenes

Die Spatzen pfeifen es längst vom Dach, der Jahrgang 2018 ist etwas ganz besonderes, so wie es vielleicht in dreissig Jahren nur einmal vorkommt. Normalerweise halten sich Ertrag und Qualität die Waage, beim 2018er ist jedoch beides herausragend.

Da ich bei allen Rotweinen eine Passage im Holzfass mache, muss nun in den Fässern Platz geschaffen werden um den Jahrgang 2018 unter zu bringen. Ich habe mich daher entschlossen etliche Weine in einer 12 für 10 Aktion für Privatkunden zu verkaufen. Bitte beachten Sie unsere Preisliste oder unsere Webseite. Was ich nicht machen möchte ist, einen solchen Jahrgang tankweise zu verkaufen, zumal diese Preise für Offenweine zusammengefallen sind.

Qualität und Rückgaberecht

Sollten Sie fehlerhaften Wein im Keller haben, bitte ich Sie um Entschuldigung. Ich ersetze Ihnen selbstverständlich diese Flaschen, was übrigens auch immer für Weine mit Korkengeschmack gilt. Machen Sie also nicht die Faust im Sack, ich stehe für meine Produkte ein. Nach wie vor biete ich einen 6 er oder 12 er Degustationskarton zu einem Sonderpreis an, so können Sie sich von der Qualität der aktuellen Jahrgänge auch zu Hause und beim Essen überzeugen.

In diesem Sinne, à votre santé

Jür Biber

Salgesch, März 2019

Geschrieben am in News

Wein und Sein 2019

 

Geschätze Kunden

Unser beliebter Kundenanlass “Wein und Sein” findet dieses Jahr statt am:

                                                                           *** Samstag, den 15. Juni ***

Anmeldungen gerne unter info@cave-biber.ch

Herzliche Grüsse aus dem Raffilji wünscht Ihnen Ihr

cave-biber Team

Geschrieben am in Allgemein, News

Gourtmetfahrt Wine & Dine vom 14. April 2018

Gourmetreise mit cave biber – Salgesch

 

 

 

 

 

 

 

Samstag 14. April 2018

Und wieder war die Gourmetfahrt ein voller Erfolg. Die Landschaft mit den Massen Schnee hat uns ins Staunen gebracht und die kulinarischen Genüsse von Gaumen-Zauber haben uns vergessen lassen dass durch 2 Lawinenniedergänge unser Zielort Disentis dieses Jahr für uns nicht erreichbar war.

Wir danken unseren Mitreisenden für diesen wunderschönen Tag, und hoffen, Euch auch im nächsten Jahr wieder begrüssen zu dürfen.

Ihr cave-biber Team

 
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Jahresbericht 2017

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden

Der Alkoholkonsum in der Schweiz ist relativ konstant. Innerhalb dieser Konstanz ist der Weinanteil von Jahr zu Jahr geringer. Da stellt sich natürlich schon die Frage warum dem so ist.

Vor 200 Jahren war der Wein noch ein Grundnahrungsmittel und allein der Kanton Zürich verfügte damals über eine Rebfläche wie die ganze Schweiz heute. Die Erträge in jener Zeit waren wesentlich geringer und starken Schwankungen unterworfen. In einer Chronik fand ich folgenden Satz: “…haben sie drei bis vier Maas Wein zu sich gezwängt”. Da wurde also tüchtig gebechert denn in jener Gegend wird das Maas mit 1.62 Litern angegeben. Die Alkoholgehalte lagen irgendwo zwischen 6 – 8 Volumenprozent und die Weinqualität war sicherlich auch so, dass man ihn zu sich zwängen musste. Man stelle sich nur mal vor, dass heute noch Beamtengehälter in Naturalien wie Wein ausbezahlt würden.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Reblaus und der echte wie falsche Mehltau als Krankheiten eingeschleppt und führte zum Untergang dieser Kultur. Gegenmittel waren zwar schnell gefunden doch mit der Gründung des Bundesstaates fielen die interkantonalen Zölle weg und das Aufkommen der Eisenbahn verhinderten eine Wiederbelebung des Weinbaus. Mit der Bahn wurden nun grosse Mengen an ausländischen Weinen zu günstigen Konditionen und in besserer Qualität eingeführt.

Heute muss sich der Wein gegen farbigen Billigwodka (von poprot bis giftgrün) und trendige Lokalbrauereien (mit hervorragenden Produkten) behaupten. Diese Getränke sind in ihrer Qualität standardisiert und der Kunde weiss über Jahre was er hat, auch sind sie keinen Ertragsschwankungen unterworfen und Lieferengpässe sind inexistent.

Ganz anders verhält es sich beim Genussmittel Wein. Gerade das 2017 zeigt dies wieder deutlich, denn es wird bei mir zu Lieferengpässen kommen. Und ja, die Qualität ist beim Wein naturgegeben von Jahr zu Jahr schwankend und letztlich auch Ausdruck des jeweiligen Jahrgangs. Ich behaupte nun mal, diese Schwäche ist unsere Stärke, denn in letzter Konsequenz ist dies Charakter.

Das Rebjahr 2017

Die Frostnächte vom 18. – 21. April waren in der gesamten Schweizer Press ein Thema. Einige Ergänzungen möchte ich dennoch anfügen. Von mir aus gesehen war nicht der Frost die eigentliche Problematik, sondern vielmehr die vorangegangenen 34 Schönwettertage in Folge. Noch nie habe ich einen Austrieb im März erlebt, so geschehen beim Cornalin am 26. März. Denn normaler weise beginnt der Austrieb hier Ende April und wir zittern dann zwei bis drei Wochen bis zu den Eisheiligen.

Der Frost selber war insofern aussergewöhnlich, als dass es sich nicht um einen normalen Strahlungsfrost (mit -2 bis -3°C) in einer klaren Frühjahrsnacht handelte. Es war ein Polarlufteinbruch mit Wind und das mit Temperaturen bis minus 9 Grad (Visp -13,4°). Die Auswirkungen beim Strahlungsfrost finden sich üblicher weise in Mulden und ebenen Reblagen, doch diesmal gab es mit dem Wind überhaupt keine Logik und alle Gegenmassnahmen haben nichts gebracht.

Bei den fühen Sorten wie Chardonnay und Cornalin waren die Triebe bereits etwa 30cm gross und die fruchtbaren Nebenaugen hatten ebefalls ausgetrieben. Vier Wochen später haben dann die schlafenden Augen aus dem Altholz ausgeschlagen, doch diese haben leider keine Früchte.

Späte Sorten wie Cabernet Sauvignon, Syrah, Johannisberg und Merlot in höheren Lagen hatten noch nicht ausgetrieben. Hier hatte ich normale Erträge. Dann gab es aber auch noch die Mischform, d.h. zwar zum Teil Frost, aber mit dem späteren Austrieb der fruchtbaren Nebenaugen. Somit hatten wir zwei Generationen von Trauben, die zwei bis drei Wochen auseinander lagen (Humagne rouge Pinot, Heida). In diesen Parzellen mussten wir zweimal ernten, aber das ging nur mit den Vollprofis, die auch das Auge dafür haben.

Die Verluste gegenüber dem Vorjahr waren mit 52% bei den weissen und 54% bei den roten Gewächsen beträchtlich. Dies ist aber im Vergleich zu Berufskollegen in der Ostschweiz oder im benachbarten Ausland “Klagen auf hohem Niveau”. Ich kenne Betriebe, die 90% Verluste hinnehmen mussten.

Oenologie und Weinjahr im 2017

Der Verlauf der Reife verlief frostbedingt sehr unterschiedlich. Dort, wo es sehr wenig Trauben hatte, war das Verhältnis zweischen Früchten und Laubmasse komplett verschoben. Entsprechend rasant haben die wenigen Früchte den Zucker eingelagert. Meiner Meinung nach haben viele Winzer zu früh mit der Ernte begonnen und sich von den hohen Oechslegraden verleiten lassen.

Zucker ist natürlich nur ein Parameter, der die Reife ausdrückt. Eben so entscheidend sind Merkmale der physiologischen Reife, d.h. die Stielansätze der Trauben müssen verholzt sein und die Traubenkerne müssen eine braune Farbe aufweisen. Genau diese Merkmale traten erst gegen Ende September klar hervor. Dies lässt den Rückschluss zu, betreffend der Reife von Phenolen und der Tanine. Die Säure und der Säuregrad (pH) haben ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die Mostqualität. Doch dies hier genauer zu beschreiben sprengt den Rahmen. Etwas salop ausgedrückt, je höher die Säure und je tiefer das pH, um so besser ist die Farbausbeute bei den Rotweinen und um so stabiler verhalten sich die Weine generell.

Ein weiterer Grund, warum mir die späten Jahre lieber sind, ist die Tatsache, dass wir ab Oktober die grösseren Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen haben. Je ausgeprägter diese Schwankungen sind, um so besser ist die Bouquet- und Aromabildung. Insofern verhält sich die Traube wie das Kernobst.

Der letze Punkt, der einen guten Grundwein verspricht, ist der generelle Gesundheitszustand der Trauben. Also weder Fäulnis noch andere Pilzkrankheiten, kein Wespen- oder Vogelfrass und auch keine Kirschessigfliegen. Die Fliegen waren wegen des anhaltend trockenen Wetters eh kein Thema, denn diese mögen es feucht und eher kühl.

Die geringen Mengen erlaubten ein sehr sorgfältiges Arbeiten im Keller, so völlig ohne Stress. Individuelles Arbeiten und Sorgfalt wurden noch grösser geschrieben als sonst und manchmal hatte ich das Gefühl ein Apotheker zu sein. Bedingt durch den hohen Zuckergehalt sind die Alkoholgehalte gegenüber dem Vorjahr etwas höher ausgefallen. Dies ist für mich jedoch kein negativer Aspekt, da der Alkohol als Aromaträger betrachtet werden muss.

Bei den Roweinen verfüge ich über einen Vorrat von zwei Jahren. Doch die knappen Weissweine werden wohl noch rarer, namentlich der Johannisberg wird wiederum schnell ausverkauft sein. Mein Glück besteht letzlich darin, dass ich bei den Sorten, die am schlimmsten betroffen waren, über die grössten Vorräte verfüge. Beim Cornalin haben wir im Januar 18 eine erste Abfüllung gemacht und die homöopatische Menge Chardonnay 2017 kommt nicht vor dem Herbst in die Flasche.

Verschiedenes

Die Straffung der Preisliste ist in vollem Gang, bereits gestrichen sind Fendant, Cuvée rouge no.4. Die Änderung des Reglements für die Grand Cru Produktion wird zwangsläufig zu einer Verwässerung der Qualität führen. Bereits habe ich meine Parzellen abgemeldet, hier wird der Jahrgang 2015 der letzte sein, der bei mir erhältlich sein wird. Beim Cornalin habe ich nur 500 Liter Réserve gemacht und einen Cornalin 2017 wird es nicht geben.

Die Anpassung der Preise bei einigen Produkten war unvermeidlich. Bei den Weissen betrifft dies den Chardonnay und den Johannisberg und bei den Roten den Pinot sélection und das Cuvée no.2 und no.3. Die Preiserhöhungen sind marginal, die Ausnahme bildet der Pinot sélection. Seine Qualität wurde durch das Wegfallen des Grand Cru auf dessen Niveau angehoben und wird ihn über kurz oder lang ersetzen. Allerdings ist er immer noch einen Fünfliber billiger als der GC.

Qulität und Rückgaberecht

Sollten Sie fehlerhaften Wein im Keller haben, bitte ich Sie um Entschuldigung. Ich ersetze Ihnen selbstverständlich diese Flaschen, was übrigens auch immer für Weine mit Korkengeschmack gilt. Machen Sie also nicht die Faust im Sack, ich stehe für meine Produkte ein. Nach wie vor biete ich einen 6er oder 12er Degustationskarton zu einem Sonderpreis an, so könnne Sie sich von der Qualität der aktuellen Jahrgänge auch zu Hause und beim Essen überzeugen.

In diesem Sinne, à votre santé

Jürg Biber

Salgesch, März 2018